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SRzG - Newsletter August 2019

Liebe Leser*innen,

42,6 °C und es wird noch heißer. Dass in diesem Sommer ein Temperaturrekord den nächsten jagte, zeigte wieder einmal: Die Klimakrise ist bereits in vollem Gange. Damit sie die Lebensgrundlage der zukünftigen Generationen nicht noch stärker gefährdet, müssen Politik und Gesellschaft nun schnell handeln. Aber nicht nur das Weltklima steht vor brennenden Problemen, sondern auch das deutsche Gesundheitssystem und der Wohnungsmarkt. Die nachrückenden Generationen, die in besonderer Weise betroffen sind, kommen jedoch in den hitzigen Debatten um Wohnungskrise und Pflegenotstand kaum vor. Angesichts dieser Herausforderungen ist es umso wichtiger, dass die Interessen junger Menschen und zukünftiger Generationen bei politischen Entscheidungsträger*innen Gehör finden.

Erfahren Sie in diesem Newsletter unter anderem mehr darüber, wie die Politik langfristiger ausgerichtet werden kann, wie das Gesundheitswesen demografiefest wird und wie wir mit unseren Essgewohnheiten den Klimawandel beeinflussen.

Wir wünschen Ihnen eine anregende Lektüre!

Ihre SRzG

Demokratie

Junge Politiker*innen sind Mangelware

Die Proteste für mehr Klimaschutz und gegen die europäische Urheberrechtsreform haben gezeigt: Die „Jugend von heute“ ist bei weitem nicht so desinteressiert und unpolitisch, wie ihr in den vergangenen Jahren oft vorgeworfen wurde. In Parteien und politischen Ämtern finden sich allerdings nur wenige junge Menschen: Das Durchschnittsalter der Bundestagsabgeordneten beträgt 49 Jahre. Laut Parteienforscher Oskar Niedermayer waren 2018 über 90 % der Mitglieder der Regierungsparteien älter als 30. Der bzw. die durchschnittliche deutsche Europa-Abgeordnete war 2018 sogar 56 Jahre alt. Auch in anderen europäischen Staaten sind junge Menschen in vielen Parteien in der absoluten Unterzahl.
Wie aber können politische Organisationen attraktiver für junge Erwachsene werden? Was sind die Gründe für das hohe Durchschnittsalter der Europa-Abgeordneten? Was bewegt junge Menschen dazu, heute einer Partei beizutreten? Die Antworten auf diese Fragen und mehr gibt es in der neu erschienenen Ausgabe der Intergenerational Justice Review.


Für eine Demokratie mit Weitblick

Ein umfassendes und engagiertes Konzept zur Bekämpfung der Klimakrise ist noch nicht in Sicht und auch die sozialen Sicherungssysteme wurden bisher nicht an die Herausforderungen des demografischen Wandels angepasst. Dass die Politik auf diesen Gebieten Lösungen finden muss, ist schon lange bekannt. Warum also verschiebt sie so gerne auf morgen oder übermorgen, was sie auch heute schon angehen könnte – und vor allem: Wie kann das geändert werden?
SRzG-Botschafter Jonathan Hoffmann stellt in einem Blogeintrag zwei Maßnahmen für eine vorausschauende Politik vor. Auch der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) der Bundesregierung hat sich kürzlich mit der mangelnden Weitsicht unserer Demokratie beschäftigt und ähnliche Vorschläge wie die SRzG formuliert. Lesen Sie mehr zu den Forderungen von SRzG und SRU in dieser Pressemitteilung.

Helfen Sie uns, zukünftigen Generationen eine Stimme zu geben!

Klima

Lesetipp für Klimaexpert*innen und solche, die es werden wollen

Sie interessieren sich für die Klimakrise, finden die Bücher darüber aber meist trocken und deren Erklärungen zu kompliziert? Das im oekom Verlag erschienene „Klimabuch“ von Esther Gonstalla ist anders! In 50 Grafiken macht die Autorin Hintergründe und Auswirkungen der Klimakrise leicht verständlich und ansprechend sichtbar. Sie veranschaulicht den Stand der Wissenschaft zur Klimakrise, ohne zu sehr zu vereinfachen. Eine Lektüre, die sowohl Klima-Neulingen als auch alten Hasen auf dem Gebiet spannende und erschreckende Erkenntnisse bietet und trotz des ernsten Themas (oder gerade deswegen) absolut empfehlenswert ist. Wer neugierig geworden ist und einen ersten Blick auf die Grafiken im Buch werfen möchte, kann in der ausführlichen Buchvorstellung auf der Webseite schmökern.

Esther Gonstalla (2019): Das Klimabuch. Alles, was man wissen muss, in 50 Grafiken. oekom Verlag, ISBN: 978-3-96238-124-0


Es geht um die Wurst – und die Welternährung

Der kürzlich veröffentlichte Sonderbericht des Weltklimarats macht deutlich: Die Landwirtschaft ist in der Klimakrise Leidtragende und Mitverantwortliche zugleich. Ein Viertel der globalen Treibhausgasemissionen fallen in diesem Sektor an. Besonders klimaschädlich ist die Viehwirtschaft – und bei den Deutschen landen immer noch große Mengen an Käse und Fleisch auf dem Teller. Gleichzeitig macht die Veränderung des Klimas den Landwirt*innen zu schaffen. Je weiter der Klimawandel voranschreitet, desto wahrscheinlicher werden Extremwetterereignisse und die Verödung des Bodens – im globalen Süden noch stärker als in Deutschland. Die Folge sind Ernteeinbußen oder gar -ausfälle. Wovon wir uns ernähren, hat also direkte Auswirkungen auf das Klima und die Nahrungsmittelsicherheit. Unsere Nachkommen werden ernten, was wir heute säen. Welche Klimaschutzmaßnahmen die SRzG im Bereich Landwirtschaft, aber auch darüber hinaus, fordert, können Sie hier nachlesen. Genaueres über den Zusammenhang zwischen Landnutzung und Klima finden Sie im Bericht des Weltklimarats.


Klimaverhandlungen ahoi

Zwischen uns und Chile, wo die diesjährige UN-Klimakonferenz (COP25) stattfindet, liegt der Atlantische Ozean und damit 12.110 Kilometer Luftlinie. Auf dem Weg von Deutschland in die chilenische Hauptstadt werden in ungefähr 17 Flugstunden 4 Tonnen CO2 pro Person freigesetzt – oder in 7 Segelwochen kaum CO2.
Clara von Glasow und Lukas Kiefer, die mit einer Akkreditierung der SRzG an der Konferenz teilnehmen, haben sich für den zweiten, beschwerlicheren und klimafreundlichen Weg entschieden. Sie nehmen an der Aktion „Sail to the COP“ („Segeln zur COP“) teil und segeln gemeinsam mit 34 anderen jungen Menschen nach Südamerika. Damit möchten sie auf die klimaschädlichen Auswirkungen des Flugverkehrs aufmerksam machen und fordern die Stärkung nachhaltiger Verkehrsmittel. In einem Interview haben wir mit den beiden über ihre Reisevorbereitungen und den Alltag an Bord der „Regina Maris“ gesprochen.


Gesellschaft

Gesundheit! Wie unser kränkelndes Gesundheitssystem für die Zukunft fit gemacht werden kann

Die Gesellschaft altert und das Gesundheitssystem veraltet. Der demografische Wandel geht auch am deutschen Gesundheitswesen nicht spurlos vorbei. Die Anzahl der Patient*innen steigt und junge Beitragszahler*innen müssen künftig mit stärkeren Belastungen rechnen. Fachkräfte fehlen und Chancen, wie z.B. die Digitalisierung, werden nicht ergriffen.
Junge Menschen aus unterschiedlichen Bereichen des Gesundheitssystems haben zusammen mit der SRzG Lösungsvorschläge für eine zukunftsfähige und generationengerechte Gesundheitsversorgung entwickelt. Ihre Forderungen zu Themen wie Digitalisierung, Ausbildung, mentale Gesundheit und hausärztliche Versorgung haben sie in einem Positionspapier festgehalten.


Generation „Mietwohnung“

In Deutschland ist eine öffentliche Debatte um Wohnungsnot und um die Mietpreisbremse entflammt. Bisher sehen viele Menschen die Wohnungskrise vor allem als Verstärkerin der Ungleichheit zwischen Arm und Reich. Doch auch zwischen den Generationen gibt es große Unterschiede im Zugang zu Wohnraum: Der Besitz von Wohnungen und Häusern (und damit auch Kosten und Nutzen steigender Preise) ist ungleich zwischen den Generationen verteilt. Für junge Menschen, die oft nicht viel verdienen, wird es zunehmend schwer, bezahlbare Wohnungen zu mieten oder gar zu kaufen. Das hat unter anderem Auswirkungen auf Verschuldung, Familiengründung und Absicherung für die Zukunft. Wie kann die Situation der jungen Generation verbessert werden? Wer sich mit diesem spannenden Thema näher beschäftigen möchte, kann dies im Rahmen des Demografie-Preises tun und dabei bis zu 10.000 € gewinnen. Mehr Informationen finden Sie hier.


Neuigkeiten aus der Stiftung

Neue Gesichter in der SRzG

Drei neue Botschafter*innen haben sich der SRzG angeschlossen, um mit ihr für mehr Generationengerechtigkeit zu kämpfen. Rebecca Freitag war zwei Jahre lang Deutschlands UN-Jugenddelegierte für Nachhaltige Entwicklung und ist leidenschaftliche Klima-Aktivistin. Eva Siegmann durfte dieses Jahr bei der Europawahl erstmals mitwählen und setzt sich dafür ein, dass bald auch Jüngere ihre Stimme abgeben können. Mit Carl-Georg Luft hat die SRzG einen Experten auf den Themengebieten Arbeit, Rente und Künstliche Intelligenz gewonnen. Auf unserer Webseite können Sie unsere Botschafter*innen besser kennenlernen.


 

Der nächste Newsletter erscheint im Oktober 2019.   
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